Zusatzweiterbildung Notfallmedizin – Das müssen Sie wissen

Voraussetzungen, Weiterbildungsinhalte und Anmeldung im Überblick

(Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten)

Der Notarztschein bzw. die Zusatzweiterbildung Notfallmedizin ist wichtig und erforderlich, wenn Sie Notarzteinsätze fahren möchten. Denn der Schein belegt Ihre Befähigung in der Notfallmedizin und stellt eine wertvolle Qualifikation dar, die Sie von künftigen Mitbewerbern unterscheidet und Ihr Team bereichern wird.

Pflicht oder Kür?

Es kommt auf das Fachgebiet an, ob die Weiterbildung gemacht werden muss oder gemacht werden kann. Als Anästhesist z. B. stellt die Weiterbildung in der Notfallmedizin eine Pflicht dar. In anderen Fachgebieten sind es vor allem das eigene Interesse oder die Steigerung des eigenen Marktwertes, die Internisten, Chirurgen etc. zum Absolvieren der Weiterbildung bewegen.

Das sind die Voraussetzungen für die Zusatzweiterbildung Notfallmedizin

Um die begehrte Zusatzqualifikation zu erhalten, müssen Sie 24 Monate Weiterbildungszeit in der unmittelbaren Patientenversorgung absolvieren. Davon müssen Sie im Rahmen der Weiterbildung mindestens sechs Monate in a) der Intensivmedizin b) der Anästhesiologie oder c) der Notaufnahme erfolgreich durchlaufen. Darüber hinaus müssen Sie einen Notarztkurs ablegen und mindestens an 50 Notarzt-geleiteten Einsätzen teilnehmen. Während dieser Zeit muss in mindestens 20 Einsätzen intensivmedizinisches Handeln zur Anwendung kommen. – Diese Regelungen gelten für den Großteil der Bundesländer. Ausnahmen sind aber möglich.

Der Notarztkurs als Teil der Weiterbildung

Der Notarztkurs ist ein wichtiger Bestandteil Ihrer Weiterbildung und nimmt 80 Stunden in Anspruch. Wenn Sie möchten, können Sie den Notarztkurs am Stück absolvieren, also ihn in Form einer einwöchigen Fortbildung durchlaufen. Das kostet Sie rund 1000 Euro, die Sie möglicherweise selbst tragen müssen. Mitunter aber zahlt es die Einrichtung, für die Sie tätig sind. Dem Hause kommt Ihre Zusatzqualifikation schließlich auch zugute. Möglicherweise kann oder will Ihre Einrichtung die 80 Stunden nicht bezahlen. Fragen Sie diesem Falle nach, ob es möglich ist, für die Kurswoche Sonderurlaub zu erhalten.

Das sind die Inhalte des Notarzt-Kurses:

  • erweiterte kardiopulmonale Reanimation
  • Atemwegsmanagement
  • gynäkologische sowie pädiatrische Notfallsimulation
  • Simulationen: Bewältigung von Großschadenslagen
  • technische Rettung aus Unfallfahrzeugen
  • Rettung über einen Drehleiterkorb
  • Notfall-EKG-Diagnostik
  • Thoraxdrainagen

Auf in die Prüfung

Erfüllen Sie alle genannten Voraussetzungen und haben Sie den Notarztkurs erfolgreich hinter sich gebracht, kann es an die Anmeldung der Prüfung gehen. Diese beantragen Sie bei Ihrer zuständigen Landesärztekammer. Zu beachten ist hier, dass Sie Ihrer Prüfungsanmeldung ein bestimmtes Logbuch beilegen müssen. In diesem Logbuch sind zuvor sämtliche Kompetenzen festzuhalten, die Sie im Rahmen der Weiterbildung gewonnen haben. – Haben Sie alles beisammen? Dann kann es ja losgehen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und eine interessante Zeit!

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