Diese Positionen gibt es in einem Krankenhaus

In der Medizin werden Sie auf klar definierte Strukturen treffen

(Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten)

Im Laufe Ihres Studiums haben Sie bereits einige Möglichkeiten gehabt Krankenhaus-Hierarchien kennenzulernen. So z. B. im Rahmen Ihrer Praktika, Ihrer Famulaturen, ggf. im Rahmen Ihrer Nebenjobs oder während Ihres Praktischen Jahres (PJ). Sicherlich ist Ihnen dabei bereits aufgefallen, dass Kliniken sehr ähnliche Personen-Strukturen aufweisen und es fest definierte Karriere-Stufen gibt, für die sich die Ärzte qualifizieren können. Nachdem Sie Famulus und PJ-Student gewesen sind, eröffnet sich Ihnen die Möglichkeit als Assistenzarzt tätig zu sein. Bei entsprechender Qualifikation können Sie anschließend Facharzt-Stellen ansteuern und nach einigen Jahren im Beruf schließlich auch (leitender) Oberarzt, Chefarzt oder Ärztlicher Direktor werden.

Die klassischen Karriere-Stufen in Krankenhäusern

Obgleich es in deutschen Kliniken keine festgeschriebenen Hierarchien gibt, so sind doch bestimmte Posten durch Berufserfahrung und Qualifikation klar voneinander abgegrenzt. In welcher Anzahl bestimmte Posten ausgeschrieben werden und welche Aufgaben diese letztlich erfüllen, bleibt den Krankenhäusern überlassen. So variieren mitunter die genauen Titel etwas. Es können aber diese Posten in folgender Hierarchie festgehalten werden:

  1. Ärztlicher Direktor
  2. Chefarzt
  3. Leitender Oberarzt
  4. Oberarzt
  5. Facharzt
  6. Assistenzarzt
  7. PJ-Student
  8. Famulus

Der ärztliche Direktor und der Chefarzt

Der ärztliche Direktor ist ein Chefarzt mit besonderem Aufgaben-Profil. Er ist im Management tätig und bildet dort in der Regel die Doppelspitze, gemeinsam mit einem Geschäftsführer. Letzterer sorgt für die Wirtschaftlichkeit des Hauses, während der ärztliche Direktor eher für fachnahe Management-Aufgaben zuständig ist. Dazu gehört in einem Uniklinikum z. B. die Konzeption von Lehre und Praxis-Alltag oder Personalführung. – Nicht jeder Chefarzt ist ärztlicher Direktor. So kann dem ärztlichen Direktor z. B. auch ein weiterer Chefarzt untergeordnet sein, der fachlicher Leiter einer Klinik ist, was medizinische Tätigkeiten und Management-Aufgaben bedeutet. Zur Klarstellung: Ein Klinikum besteht aus mehreren Kliniken, welche in ihrer Gesamtheit vom ärztlichen Direktor und dem Geschäftsführer geleitet werden.

Der (leitende) Oberarzt

Ein Oberarzt ist ein Facharzt mit leitender Position innerhalb seines jeweiligen Fachbereichs. Als Oberarzt übernehmen Sie kompliziertere Fälle, Sie führen Visiten durch, Sie haben die Assistenzärzte unter sich, leiten diese an und bilden diese ggf. auch aus. Die medizinische Verantwortung ausgewählter Teil- oder Funktionsbereiche liegt in Ihren Händen. Dazu kann mitunter auch die wirtschaftliche Planung dieser Bereiche gehören. – Als leitender Oberarzt sind Sie noch dazu die ständige Vertretung des Chefarztes und übernehmen ab und zu dessen Aufgaben.

Der Facharzt

Sie benötigen einen Facharzttitel, um bei den gesetzlichen Krankenkassen als Vertragsarzt zugelassen zu werden und bestimmte Aufgaben übernehmen zu dürfen. Zum Facharzt werden Sie, indem Sie sich auf einem Spezialgebiet weiterbilden lassen. Um den Patienten dann eine möglichst gute Versorgung bieten zu können, gehören auf eine Abteilung verschiedene Fachärzte, die sich in ihrer Arbeit gegenseitig unterstützen. Spielen Sie mit dem Gedanken einmal Oberarzt oder Chefarzt zu werden? Dann gilt es zunächst den Facharzt-Titel in der Tasche zu haben.

Der Assistenzarzt, der PJ-Student und der Medizinstudent in Famulatur

Assistenzarzt sind Sie, wenn Sie Ihr Medizin-Studium abgeschlossen haben und über eine Approbation verfügen. Sie werden es wissen: Die Approbation ist Ihre staatliche Zulassung zur Ausübung des Arzt-Berufs. Als Assistenzarzt haben Sie vom ersten Tag an die Möglichkeit spezifische Facharzt-Weiterbildungen in den Fachbereichen Chirurgie, innere Medizin oder Allgemeinmedizin zu wählen. Im Rahmen einer mehrjährigen Weiterbildung erwerben Sie somit letztlich mittels Ablegen der Facharztprüfung einen Facharzttitel. In der Ärztekammer-Weiterbildungsordnung gewinnen Sie einen Überblick über Ihre möglichen Optionen sowie Wege und erhalten einen tieferen Einblick in die verschiedenen Gebiete und Schwerpunktkompetenzen.

Nicht selten treten Mediziner eine Stelle als Assistenzarzt an in Häusern, in denen Sie bereits einen Teil Ihres Praktischen Jahres verbracht haben. Das Praktische Jahr (PJ) besteht aus drei Teilen (sog. Tertiale) und soll Ihnen nach Jahren der Theorie an der Uni vertiefende Praxis-Einblicke bieten, noch während Sie Studierender sind.

Alledem gehen die Famulaturen voraus. Dabei handelt es sich kurz gesagt um 120 Tage Praktikum. Diese können an verschiedenen Standorten und sogar in verschiedenen Ländern absolviert werden und lassen sich über das Studium verteilen. Als Studierender absolvieren Sie diese in der vorlesungsfreien Zeit, also z. B. in den Semesterferien oder während eines Urlaubssemesters. Die Famulaturen stellen für viele den ersten guten Einblick in die Praxis dar und legen nicht selten den Grundstein für die gesamte Arzt-Laufbahn. Machen Sie sich aber nicht allzu starken Druck. Auch, wenn Ihnen der Fachbereich so gar nicht zusagt bzw. zugesagt hat, so war es doch eine wertvolle Erfahrung auf Ihrem Weg zum Arzt.

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